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Kalifornien wird zum Funkloch

Ostholsteiner Zeitung vom 30.07.2026, Seite 25

Frust unter Urlaubern: Mobilfunkantennen sind abgebaut worden – Keine Lösung in Sicht

Schönberg.
Es begann gleich zu Saisonbeginn: Gäste der Schönberger Ortsteile Kalifornien und Holm konnten plötzlich den Mobilfunk ihrer Smartphones nicht mehr nutzen. Grund: Die Eigentümergemeinschaft des Hochhauses Holm hatte beschlossen, Verträge mit den Mobilfunkanbietern nicht zu verlängern. Diese Entscheidung war im Herbst 2025 gefallen: Die Eigentümer wurden darüber informiert.

Die Netzbetreiber Vodafone und O2 haben ihre Sendeanlagen dort inzwischen abgebaut. Am 3. September, so die jüngste Information der Kieler Immobilienverwaltung, will auch die Telekom ihre Antenne für das D1-Netz entfernen.

Die Leidtragenden dieser Entscheidungen sind in erster Linie die vielen Urlaubsgäste an den Stränden von Kalifornien. Sie werden davon überrascht, wenn sie ganz selbstverständlich ihre mobilen Geräte nutzen möchten – sei es, um Öffnungszeiten, Veranstaltungsangebote, Ausflugstipps, Busverbindungen oder Ähnliches zu recherchieren, oder aber mit den Daheimgebliebenen zu kommunizieren, oder auch im Notfall erreichbar zu sein. Vom Homeoffice ganz zu schweigen.

Simone Laskowsky vom Campingplatz Kalifornien kann ein Lied von unzufriedenen Gästen singen, die sich über diesen Zustand beschweren. Leider, so bedauert sie, bekomme man als touristischer Betrieb auch keine Informationen. Lediglich von einer Freundin, die im Hochhaus Holm eine Eigentumswohnung hat, habe sie von den Hintergründen erfahren. „Jeden Tag stehen die Urlauber bei mir und schimpfen“, berichtet Simone Laskowsky. Der Campingplatz Kalifornien bietet Urlaubern nun sein internes WLAN an, gegen Gebühr. Doch die Datenmenge reiche längst nicht aus. 15 Euro pro Woche für zwei Geräte müssen Gäste für drahtloses Internet bezahlen.

Familie Sackarend aus NRW bemüht sich, diese „katastrophale“ Mobilfunk-Situation an ihrem Urlaubsort mit Humor zu nehmen: „Wir nehmen das Smartphone schon gar nicht mehr mit. Wir können es eh nicht nutzen.“ Allerdings sei die Situation schon sehr einschränkend. Heutzutage sei so vieles wie selbstverständlich mit dem Handy zu erledigen, dass es schon nerve, wenn das alles nicht mehr funktioniere.

Auch Michael Dulski, der 100 Mietwohnungen im Hochhaus Holm anbietet, zeigt sich frustriert. „Ich versuche bereits, über die Bundesnetzagentur etwas zu erreichen.“ Seine Mitarbeiterin Ulrike Specht ist für seine Gäste im Hochhaus die erste Ansprechpartnerin. „Ich muss ständig nach oben laufen, auch die interne Verbindung zum Service-Personal funktioniert nicht.“

Den Unmut der Gäste bekommt auch das Personal in der Tourist-Information im Ferienort Kalifornien zu spüren. „Jeder zweite Gast beklagt sich über dieses Problem“, berichtet dort Jessica Harder. Die Gemeinde erklärt, sie könne in diesem Fall nichts anderes tun, als bei der Suche nach einem neuen Standort für Sendemasten zu unterstützen.

Etliche Gäste werden erfinderisch: Sie treffen sich auf dem Deich, wo eigentlich ein öffentliches, kostenfreies WLAN der Gemeinde angeboten wird. Doch oft hilft auch dort nur der Hotspot eines Nachbarn, der ein anderes Mobilfunknetz nutzt. Denn: Noch bis 3. September funktioniert dort zumindest das D1-Netz der Telekom. Danach jedoch wird Kalifornien zu einem großen Mobilfunkloch.

 

Quellenangabe: Ostholsteiner Zeitung vom 30.07.2026, Seite 25